Was bist du dir selbst wert?

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Selbstwert

Warum der Selbstwert so wichtig ist. Wieso wir ihn oft nicht selbst bestimmen und wie wir dies ändern können.

Das subjektive Bild, welches ein Mensch von sich selbst bildet, wird als Selbstkonzept bezeichnet. Die Bewertung dieses Konzeptes nennt man Selbstwertgefühl. Funktionell dienen diese Konzepte der Verarbeitung von Informationen über die eigene Person. Als wichtige Eigenschaft der Persönlichkeit definiert dieses Konzept das Leben eines Menschen und trägt zudem große Bedeutung in Bereichen wie Lebenszufriedenheit und Selbstverwirklichung. Um das Potenzial eines Menschen ausnutzen zu können benötigt dieser in verschiedenen Abschnitten der persönlichen Entwicklung ein gewisses Vertrauen zu sich selbst, sowie seinen oder ihren eigenen Fähigkeiten. Daher ist ein gesundes, ausgeprägtes Selbstwertgefühl zum Entfalten der eigenen Persönlichkeit von großer Relevanz. Problematisch wird dies jedoch dann, wenn der Selbstwert einer Person definiert ist durch die Bewertung anderer. Das heißt also, wenn die soziale Komponente des Selbstkonzeptes maßgeblich überwiegt. Dies bewirkt eine äußerst fragile Form des Selbstwertgefühls, welche zum Großteil nicht auf eigenen Bewertungen basiert, sondern auf den Meinungen und Ansichten anderer. Die Meinungen anderer von uns selbst können auch als soziale Spiegelung bezeichnet werden, wobei es sich hierbei häufig um eine reine Vermutung dieser Meinungen handelt. Aktuell besonders relevant ist dabei die Selbstdarstellung, vor allem in digitalen Medien. Diese bieten die Möglichkeit sein gewünschtes Selbstkonzept abzubilden, ohne jedoch die gewollten Eigenschaften tatsächlich zu verwirklichen. Das reale Selbst steht folglich häufig im Widerspruch zur fiktiven Selbstdarstellung. Die Folge ist eine kognitive Dissonanz. Jedoch ist der Druck groß, die Darstellung der Anderen ist meist noch besser.
Es stellt sich die Frage: Ist in einer Gesellschaft, definiert durch die Darstellung der eigenen Person, der Wert eines Menschen lediglich sein Ansehen?
Gerade in einer so wandelbaren Zeit, ist es von besonderer Bedeutung den richtigen Baustein für ein gesundes Selbstkonzept bereits früh anzulegen. Eine Meta Analyse von 2015 berichtet von fast 3000 untersuchten Schülern, welche verschiedene sportliche Interventionen durchführten (Liu M et. al., 2015). Gemessen wurde dabei die Auswirkung auf den Selbstwert der Schüler, wobei insgesamt ein signifikanter positiver Effekt festgestellt wurde. Praktische Anwendung können diese Interventionen besonders gut im Sportunterricht der Schule finden, da hier die Ergebnisse noch besser ausgefallen sind. Ziel könnte es also sein den Selbstwert anhand von eigenen erbrachten Leistungen zu steigern. Sich nicht mit anderen zu vergleichen, sondern nach einem besseren Selbst zu streben.
Die richtige Förderung ist also entscheidend. Gerade im jüngeren Alter, da hier das Selbstkonzept noch besonders wandelbar ist. Weg vom Ideal der anderen und hin zum zufriedenen Selbst.

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